Biologisch einkaufen? Ja, gerne, aber wo?

In und um Bad Krozingen gibt es zahlreiche Geschäfte, Märkte und Hofläden in denen regionale und biologische Produkte angeboten werden. Hier entsteht eine kurze Einkaufshilfe für Liebhaber von Biokost, die neu in Bad Krozingen sind oder diejenigen, die sich entschlossen haben, ihren wöchentlichen Einkaufskorb mit nachhaltig produziertem und gesundem Obst, Gemüse und Fleisch  zu füllen aber noch nicht wissen, wo sie das tun können.

Bio-Restaurants

Ich würde ja gerne eine neue Kategorie “Bio-Restaurants” aufmachen – nur gibt es davon so wenige in unserer Gegen, dass es sich wohl eher nicht lohnt. Hier die wunderbaren Ausnahmen die mir bekannt sind. Ich bitte um weitere Tipps!!

Der Heinehof in St Ulrich (Bioland zertifiziert) – übrigens kann man dort auch Bio-Rind- und Schweinefleisch vom Hof kaufen. St Ulrich 21, 79283 Bollschweil

Die Alte Post in Müllheim (Bioland zertifiziert)  Posthalterweg / An der B3, 79379 Müllheim

Der Felsenkeller in Staufen (Bioland zertifiziert)  Albert-Hugard-Straße 47, 79219 Staufen

Die Alte Küferei, Pfaffenweiler – soweit ich weiß nicht zertifiziert aber mit absolut Transparenz woher die Zutaten bezogen werden, das meiste in Bioqualität und natürlich regional Weinstrasse 4, 79292 Pfaffenweiler

PS: Leider sind im Moment alle Restaurants wegen Corona geschlossen – um so mehr freuen wir uns wenn im neuen Jahr alle wieder ihre Pforten öffnen.

Schlachtung mit Achtung – jetzt in Ihrem Supermarkt

Ich bin ja eher selten an der Fleischtheke – seit einem Jahr verzichte ich auf Fleisch aus Protest gegen die Art, wie wir als Gesellschaft unser Tiere halten und schlachten.  Aber als ich dann doch mal dort stand und wartete fiel mir ein Faltblatt zum Thema „Schlachtung mit Achtung“ in die Hände.

Hier werden die Tiere in Hofnähe, z.B. auf der Weide geschlachtet. Dies macht den extrem stressigen Transport und die teilweise barbarischen Schlachtmethoden in Schlachthöfen überflüssig. Ich muss sagen, dieses Konzept freut mich, vor allem natürlich für die Tiere aber auch für die Landwirte, die sich lange liebevoll um ihre Tiere gekümmert haben und diese nun mit Respekt und ohne Qual schlachten lassen können.  Achten Sie mal auf das Label „Schlachtung mir Achtung“ an der Fleischtheke Ihrer Wahl.

Wie nennt man Waschmittel ohne Plastikverpackung? Waschpulver!

Ein Nachgedanke zu einem früheren Beitrag bezüglich Reinigertaps – also Tabletten, die man in Wasser auflöst und in eine vorhandene Flasche füllt und schon hat man seinen Haushaltsreiniger ohne zusätzlich eine kurzlebige Plastikflasche gekauft zu haben. Finde ich nach wie vor toll.

Jetzt wendet die gleiche Firma dieses Konzept auch auf Waschmittel an und – siehe da – heraus kommt das gute alte Waschpulver. Nee, echt? Ich hab‘ noch nie flüssiges Waschmittel gekauft weil es mir noch nie eingeleuchtet hat, das fertig aufgelöste Waschpulver in einer Plastikflasche zu kaufen und diese dann sehr bald wegzuschmeißen. Wahrscheinlich wendet sich dieses „neuartige“ Produkt aber an eine, vermutlich jüngere, Generation von Waschmaschienenbedienern die in ihrem Leben noch keinen Karton mit Waschpulver gesehen haben und glauben, das gäbe es gar nicht. Mag sein.

Jedenfalls ist zu beobachten, dass es über die Jahre immer weniger Waschpulver und immer mehr Flüssigwaschmittel zu kaufen gab und die verbleibenden Marken nun ihr Pulver in Plastiksäcken statt in Pappkartons anbieten. Eine bedauerliche Entwicklung. Bitte, kehrt zum Pulver in Karton zurück!

Gratulation: Michels Kleinsthofs „Gemeinsam Wachsen“ ist eins von 41 geförderten Projekten von “Gemeinsam Schaffen”

„Gemeinsam Schaffen“ ist ein Wettbewerb der vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg initiiert wurde. Gefördert werden Projekte die Menschen zusammenbringen und den Zusammenhalt im ländlichen Raum stärken. Michels Kleinsthof in Tunsel hat sich mit einem Projekt beworben, das die Menschen wieder näher an die (ökologische) Landwirtschaft bringt, Wissen teilt und es ihnen ermöglicht, sich über nachhaltiges Leben in der Region auszutauschen. Wir dürfen uns auf viele interessante Worksshops in 2021 freuen.

Regionales Saatgut für Blühwiesen und Bienenweide – Ritter Saatgut in Buggingen

Das passt in keine und jede Kategorie der Bio-Kiste: Saatgut für Blühpflanzen die Insekten eine Nahrungsquelle bieten. Ohne die Bestäuber wäre die Landwirtschaft (und wir) auf Bestäubung durch Wind angewiesen, eine Fortpflanzungsmethode die nicht bei allen Pflanzen funktioniert. Obst und Gemüsepflanzen sind im Allgemeinen auf Insekten angewiesen die von Blüte zu Blüte fliegen. Stehen ihnen außerhalb der Anbausaison keine Nahrungsquellen zur Verfügung verhungern sie. Ebenfalls brauchen Insekten ganzjährig Rückzugsräume wo sie oder ihre Eier den Winter überdauern können. Wer gerne bei sich im Garten eine solche Refugialzone einrichten möchte findet bei Ritter Saatgut in Buggingen heimisches Saatgut. Warum heimisch/regional? Weil Insekten Spezialisten sind und oft nur wenige Nahrungspflanzen akzeptieren an die sie angepasst sind.  Irgendetwas blühendes anzubieten hilft do oft nicht weiter.

Das Unternehmen berät ihre Kunden und wer keinen eigene Garten hat kann Pate werden für ein Stück Wegesrand oder einen kleinen Acker auf dem dann Blühwiesen eingerichtet werden. Am Ortseingang von Buggingen ist ein Feld mit Blumen zum selber schneiden, das Blumenland. Hier gehts zur Webseite

Rettet die Bienen – jetzt Gesetz

Es ist nur ein Jahr her, dass Unterschriften für das Artenschutz Volksbegehren gesammelt wurden. Am Mittwoch wurde das „Biodiversitätsstärkungsgesetz“ im Landtag verabschiedet. Bis 2030 30-40% Anteil ökologischer Landbau, Reduzierung der Pestizide, Biotopenverbund, Reduzierung der Lichtverschmutzung, Verbot von Schottergärten…..Apropos: meiner Meinung nach wurde das mit den Schottergärten  allein zum Zweck der Ehrenrettung der Landwirte mit aufgenommen, um die Schuld am Artensterben nicht alleine auf die Landwirtschaft zu schieben, sonst hätten die Landwirtschaftsverbände sich wahrschienlich geweigert, mitzuarbeiten. Vergleichen wir doch mal, Anteil der Agrarfläche laut Umweltbundesamt in Deutschland 50,8%, Anteil der  Siedlungs- und Verkehrsfläche (Wohnen, öffentliche Zwecke oder Gewerbe auch Erholungsflächen, Friedhöfe und Verkehrsflächen) zusammengenommen 14.3%. Welchen Anteil davon ist  dann wohl dem Privatgarten zuzuschreiben und welcher Anteil  sind Schottergärten? Genau kann ich es nicht sagen, aber der Anteil wird verschwindend gering sein.

Wenn man also etwas für die Biodiversität tun will, dann muss man da ansetzen, wo sie vernichtet wird….in der Landwirtschaft.

 

Weg mit dem Plastik: Reiniger-Tabs

Ach, wie schön, dass man sich tatsächlich auf die vielgepriesene Start-Up Szene in Berlin verlassen kann. Endlich denkt mal jemand mit und erfindet das Reinigungsmittel in Tablettenform zum selber auflösen. Das Äquivalent zum Schampoobar sozusagen. Leere Plastikflaschen hat man ja genug zuhause und das Wasser im Reiniger muss man nicht durch die Gegend transportieren. Es gibt sicher noch andere Anbieter aber diesen hier, Ecotap, will ich mal stellvertretend verlinken.

Warum kommen da die etablierten Anbieter wie Frosch und Ecover nicht drauf? Schon zu etabliert und unflexibel?

 

 

Schwarzwaldmilch setzt ein Zeichen gegen Glyphosat

Von der Internetseite des Unternehmens: „Ab dem 1. Juli 2020 gilt (bei Schwarzwaldmilch) ein konsequentes Glyphosat-Verbot auf allen landwirtschaftlichen Flächen der Schwarzwaldmilchbauern, auf den Futtermittel für den Milchviehbetrieb angebaut werden.“ Bravo, Schwarzwaldmilch!

Ein weiter Grund, warum ich Schwarzwaldmilch mag, sind die Mehrwegglasflaschen und -gläser. Je weniger Plastik wir täglich nutzen, um so besser  (Plastikmüllexporte, Mikroplastik…). Die Ökobilanz von Glasmehrweggebinden ist trotz hartnäckiger, übler Nachrede der Plastikindustrie gut, wenn die Transportwege gering sind. Da Schwarzwaldmilch Standorte in Freiburg und Offenburg hat, ist dies für Bad Krozingen klar der Fall.

Nach der Banane und vor dem Essen Händewaschen nicht vergessen!

Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass man eigentlich auf die konventionell produzierten Lebensmittel ein Warnlabel machen sollte und dafür Pestizid- und Kunstdünger-freie Lebensmittel zur neuen Norm erhebt (die dann ja kein Biolabel mehr brauchen).

Erinnert habe ich mich an den Beitrag, als ich in „Die Zeit“ Ausgabe 19 (2020) einen Artikel mit Infographik zum Thema Banane gelesen habe. Erschreckt hat mich das unglaubliche Ausmaβ an Pestiziden, die auf den Bananeplantagen eingesetzt werden.

Zitat „Die Pestizidbelastung kann hoch sein. 2018 rät „Öko-Test“ dazu, sich nach dem Schälen die Hände zu waschen.“

Da könnte man lachen wenn es nicht so traurig wäre. Was, um Himmels willen, machen wir bloβ mit unserer Welt? Und: Haben Verbraucher nicht das Recht, gewarnt zu werden, wenn Lebensmittel derart Pestizid-belastet sind, dass man sie lieber nicht mit bloβen Händen  berührt?

Der Öko-Test Artikel bescheinigt ausschlieβlich Bio-Bananen ein gutes oder sehr gutes Testergebniss. Alle anderen sind hochbelastet.

Zusätzlich zu den Gesundheitsrisiken der Verbraucher brechen einem aber vor allem die Konsequenzen für die Gesundheit der Arbeiter in den Produktionsländern, die Boden und Grundwasserverseuchung das Herz. Nehmen wir doch bitte endlich die Verantwortung für unser Handeln ernst.