Höfe und Direktvermarktung

Michels Kleinsthof  in Tunsel

Als ich Michel Selinger fragte, was seinen Kleinsthof auszeichnet, so war er sofort mit Feuereifer bei der Vielfalt alter Gemüsesorten, der Notwendigkeit zur Diversifizierung in der Landwirtschaft und der Liebe zum eigenen kleinen Stück Land. Ein tiefes Verständnis für den Wert alter Sorten und die Freude der Selbstversorgung brachte er 2017 aus der Abtei Waldsassen in der nordbayerischen Oberpfalz mit, in der er für die klostereigene Umweltstation mit Klostergarten verantwortlich war. Hinter den Klostermauern überdauerten alte Sorten, die heute wieder Anklang finden, weil sie eben genau so schmecken wie früher. Natürlich waren diese auch Züchtungen, aber das Ziel war der Geschmack und nicht die Lagerfähigkeit oder schiere Größe. Das dies auch im Zeitalter der Euronormen und Supermärkten gewürdigt wird, bewies einige Minuten später eine Kundin, per Fahrrad aus dem Kernort angeradelt, die mir versicherte, dass Michels Zwiebeln so authentisch wären, dass man beim Schneiden noch weinen müsste. Zu den traditionellen Sorten, die Herr Selinger überall, wo er gerade war, gesammelt hat und dessen Saatgut auf dem Kleinsthof auch vermehrt wird, sammelt er auch Neuankömmlinge, wie zum Beispiel das afghanischen Basilikum, solange es geschmacklich der Supermarktware überlegen ist.

Überhaupt wird hier Weltoffenheit gelebt – sein Land teilt Herr Selinger mit der Tunsler Agronautengruppe – dem Weltgarten – ein interkultureller Gemeinschaftsgarten bei dem jeder, der das Bedürfnis nach Erde an den Händen hat, sich einbringen kann. Man kommt ins Gespräch miteinander, tauscht Erfahrungen aus und manchmal auch die Liebe zum heimischen, in diesem Fall afghanischen, Basilikum.

Zur Zeit befindet sich im Sortiment vor allem Gemüse, geplant ist in Zukunft aber auch der Obstanbau. Wer es mal probieren möchtet, findet Michels Gemüse in der Naturkostscheune in Bad Krozingen oder immer Samstags von 8.00 -13.00 Uhr auf dem Wochenmarkt in Staufen.  Mittwochs zwischen 16.00 und 18.00 trifft man Herrn Selinger direkt auf dem Feld an (dazu von Tunsel Richtung Schlatt fahrend, den ersten asphaltierten Landwirtschaftsweg rechts einbiegen und immer geradeaus).

Obstparadies in Staufen

Alte Obstsorten findet man auch im Obstparadies. Die Familie Geng baut seit 10 Jahren ohne jedliche Spritzmittel Obst an. Das dies nicht nur wünschenswert sondern auch wirtschaftlich ist, zeigt der Erfolg des Familienbetriebs der komplett auf Direktvermarktung setzt. Offensichtlich wissen die Kunden die Vielfalt der Sorten zu schätzen.

Die wunderbare Artenvielfalt die die Familie Geng auf ihren Streuobstwiesen geschaffen hat ist bemerkenswert. Blumenwiesen, Schutzhecken, Biotope, Bienenhotels für Wildbienen und Nisthilfen für Vögel bilden zusammen eine Umgebung, die ideal für den Obstanbau ohne chemische Hilfsmittel ist. Dies wurde kürzlich mit dem Bundespreis Ökologischer Landbau honoriert.  Wer sich weiter in diese spannende Materie einlesen möchte, der kann sich die Brochüre von der Internetseite des Obstparadies runter laden.

Im Frischobst-Sortiment gibt es alte Apfel- und Birnensorten (auch Sorten für Allergiker), Kirschen, Mirabellen, Pflaumen , Zwetschgen, Aprikosen, Pfirsiche, Maulbeeren, Heidelbeeren, Kakis, Kiwi, Walnüsse und Haselnüsse, Quitten. Zudem produziert der Betrieb Säfte, Liköre, Marmeladen, Sirup und Essig. Die Produkte sind Bioland zertifiziert.

Im Gaisgraben 17, 79219 Staufen, E-Mail: info@obstparadies-shop.de; Tel: 07633 9807340

Öffnungszeiten Mo-Fr 14.00-18.30, Sa 9.00-14.00

Samstags sind sie auch auf dem Wochenmarkt in Staufen zu finden. 8.00-13.00

Und der Online-Shop ist hier zu finden.

 

Der Scherer-Hof in Bad Krozingen

(Ein Gastbeitrag von Monique Petitgas – herzlichen Dank)

Dear Scherer-Hof, von Felix Scherer und Michael Zimmer, beide 28 Jahre alt, betrieben, ist einen Besuch wert!

Der Inhaber Felix Scherer ist Badener und hat den Hof von seinen Eltern übernommen, die diesen als Spargel und Winzerhof betrieben hatten. Felix ist ausgebildeter Kellermeister und studierte Weinbau in Geisenheim, wo er Michael Zimmer kennenlernte, der dort ebenfalls Weinbau studierte. Michael Zimmer ist Berliner Großstadtkind, wie er sagt. Die beiden Freunde entschlossen sich, den elterlichen Hof von Felix in ein Öko-Weingut umzuwandeln.

Sie bauten den ehemaligen Sau-Stall in einen Weinkeller um, der nun, frisch gekachelt, blitzblanke Weintanks beherbergt. Ihre Weine sind 100% Bio, werden im eigenen Hofladen und über Ecovin vertrieben. Ihr Logo hat Michael Zimmer entworfen: Das kotzende Einhorn vor einem Regenbogen. Humor muss sein, sagt Michael Zimmer.

Der Hofladen bietet die hofeigenen Produkte: Außer den Bio-Weinen und Schnaps gibt es je nach Saison erntefrisch: Spargel, Salate, Kräuter, Frühlingszwiebeln und Kohlrabi. Die Gemüse sind unbehandelt aber noch nicht bio-zertifiziert (Demeter-Zertifizierung soll in 2020 erfolgen).

Die wichtigste Weinsorte des Hofs ist der Spätburgunder. Auch Bio-Sekt wird hergestellt, dieser liegt 20 Monate auf der Hefe, wird also sorgfältig und mit Zeit ausgebaut. Zur Weinprobe – auch in Gruppen – laden Micha und Felix herzlich auf ihren Hof ein! (Anmeldung erbeten)

Im Bergfeld 6, 79189 Bad Krozingen, Tel.: 07633 150189
Öffnungszeiten ganzjährig immer am Donnerstag 16.00-18.00 für den Weinvekauf und in der Spargelsaison von Mitte Mai bis 20. Juni von 8.00 – 19.30

 

Obstgut Siegel in Schallstadt-Mengen

Das Obstgut ist seit 2009 auf Ökolandwirtschaft umgestellt und produziert seit 2015 biologisch-dynamisch als Mitglied des Demeter Verbandes auf einem 70 Hektar Gelände in Schallstadt-Mengen. Das Obstgut hat sich auf Obst und Kleinobst spezialisiert, also auf Rhabarber, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Nektarinen, Pfirsiche und Aprikosen. Im Hofladen wird eigener Saft verkauft, natürlich Apfel, aber auch sehr leckeren Erdbeer- und Himbeersaft und man kann sein eigenes Obst zum Saften dorthin bringen. Im Hofladen gibt es darüber hinaus auch zugekaufte Produkte. Siegel beliefert unter anderen auch den Biomarkt Bad Krozingen und Piluweri und die Distelkiste.

Obstgut Siegel, Horner 3, 79227 Schallstadt-Mengen

Joel Siegel, Obstbautechniker, E-Mail: joelsiegel@gmx.de   Tel: 0176-83228308

Der Hofladen ist Mittwoch und Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag 9-13 Uhr geöffnet

 

Demeterhof Brenneisen in Sulzburg-Laufen

Am Rande von Laufen liegt der ca 15 Hektar große Obsthof, der von Christoph und Lucia Brenneisen seit den 90er Jahrem bewirtschaftet wird. Neben Äpfeln, Birnen und Zwetschgen wird auch Wein angebaut – gekeltert wird in der Winzergenossenschaft Auggen/Laufen. Das Obst und Saft bekommt man im Hofladen immer Freitags zwischen 14.00 -18.00 Uhr……oder nach Vereinbarung!

Demeterhof Brenneisen, Doretmatt 1, 79295 Sulzburg-Laufen

Tel.: 076 34 69 188, Handy 01775833591

Obsthof Uwe Kunz in Offnadingen

Der Obsthof produziert zwar nicht nach einem Biolabel, aber immerhin nach Richtlinien des umweltschonenden Obstanbaus (Qualitätszeichen Baden-Würtemberg). Dieser Schritt in die richtige Richtung kombiniert mit einem kurzen Anfahrstweg rechtfertigt unserer Meinung nach die Aufnahme in unsere Einkaufshilfe. Zum Angebot gehören Kirschen, Johannisbeeren, Äpfel, Zwetschgen, Birnen, Quitten und Trauben. Auch Apfelsaft, Marmeladen und Obstbrände kann man hier kaufen.

Obsthof Kunz, Hauptstraße 1, Offnadingen

Tel: 07633/3286; M: 0173/6615893; E-Mail: obsthofkunz@t-online.de

Der Hofladen hat von Juni bis März geöffnet. Mo, Do, Fr  10.00-11.30 Uhr, Di, Do, Fr    16.30-18.00 Uhr, Sa 10.00-12.00 Uhr.  Außerhalb der Öffnungszeiten kann man am Selbstbedienungsstand kaufen.

Demetergärtnerei Piluweri in Hügelheim

Die Demetergärtnerei Piluweri haben wir schon in der Rubrik „Biokisten im Abo“ besprochen. Der Vollständigkeit halber nennen wir hier noch einmal die Öffnungszeiten des Hofladens:  Dienstag und Freitag von 16:00 – 18:30.

Am Stockacker 1, 79379 Müllheim-Hügelheim

Tel: 07631/936100; E-Mail: info@piluweri.de

Luzernenhof in Seefelden

Der Luzernenhof produziert nach dem Konzept der gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft, eine solidarische Form der Landwirtschaft in der gemeinsam Agrarland, Hof-und Wohngebäude gekauft werden und unter der die Menschen mit einem gesicherten Einkommen wirtschaften können. Die ca 150 Haushalte, die der Luzernenhof beliefert, sind Miglieder dieser Gemeinschaft und erhalten anteilig was dort produziert wird.  Seit 2012 werden auf 32 ha unter dem Bioland-Siegel Getreide und Gemüse angebaut und Milchkühe und Schweine gehalten. Auf der Internetseite des Luzernenhof gibt es viele Hintergrundinformationen zu Konzept und Motivation der gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft.

Landwirtschaftsgemeinschaft Luzernenhof, Weingartenstr. 18, 79426 Seefelden

Tel: 07634 35686, E-mail: info@luzernenhof.de

Öffnungszeiten Hofladen   Do + Fr 9-12 & 14-18 Uhr, Sa 9-12 Uhr

Eine weiter Informationsseite zur solidarischen Landwirtschaft findet sich hier. Dort gibt es eine Liste aller solidarischen Landwirtschaftsbetriebe in Deustchland – immerhin schon 204 Betriebe sind dort aufgeführt. Unter anderem auch die Garten-Coop aus Freiburg, die auch einen Verteilstandort in Tunsel hat, wo die Produkte wöchentlich abgeholt werden können.

Hofstelle / Betrieb,Grünzeug GmbH, Germanweg 8a 79189 Tunsel

Tel.: 0761-2047614

Käserei Glocknerhof im Münstertal

Die Käserei verwendet ausschließlich eigene Milch von Kühen und Ziegen für die Käseherstellung. Die Tiere stehen im Sommer auf der Weide und werden im Winter mit dem eigenen Heu gefüttert.  Der Glocknerhof verzichtet vollständig auf Gentechnik im Futter, es wird keine Silofutter gegeben und die Kühe dürfen noch Hörner tragen.

Der idyllisch gelegene Hof wird als Familienbetrieb geführt. Sehr empfehlenswert nach einer Wanderung im Münstetal ist ein Besuch im Hofladen. Oder melden Sie sich zu einer Führung an und erfahren Sie, wie man ohne Zusatz und Konservierungsstoffe wunderbaren Käse herstellen kann.

Käserei Glocknerhof
Kaltwasser 2, 79244 Münstertal

Tel.: 07636 / 518, E-Mail:  info@kaeserei-glocknerhof.de

Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch & Freitag von  11- 13 Uhr und von 15 – 18 Uhr,  Samstag von 9- 13 Uhr

Demeter Obsthof Kiechle in Mengen

Der 15ha groβe Familienbetrieb in Mengen hat sich auf Sonderkulturen spezialisiert. Hier wird biologisch-dynamisch und Demeter-zertifiziert vor allem Obst, Spargel, Gemüse und eine beeindruckende Vielfalt von Tomaten angebaut.  Wie bei allen Demeter-Betrieben liegt der Augenmerk auf der Verbesserung des Bodens und der Verzicht auf chemische Planzenschutz- und Düngemittel. Was nicht auf dem Markt in Freiburg oder im Hofladen vekauft wird, wird weiter verarbeitet. So gibt es im Hofladen auch Eingelegtes (z.B. Ratatouille), Marmeladen, Schnaps, Saft und (von Demeter-Kollegen zugekauft) Brot, Eier, Salat, Kartoffeln weiteres Gemüse und Obst der Saison.

Obsthof Kiechle, Schäferstraße 1, 79227 Schallstadt – Mengen

Tel: (0 76 64) 53 39, E-Mail: beki-mengen@t-online.de

Öffnungszeiten Hofladen Di und Fr 15:30-18:30